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Krisenland: Vor Ort in der griechischen Hauptstadt

03.10.2011

“Die anderen haben auch Fehler gemacht”, sagt der Fahrer, der mich zum Hotel in der Athener Innenstadt bringt und deutet damit an, dass er nicht gerne über die Krise in seinem Land spricht. Kein Einzelfall: Man merkt es auch den Geschäftsinhabern in den Einkaufsstraßen an, dass Sie zu kämpfen haben. Die Einzelhandelsumsätze fallen ununterbrochen, viele Geschäfte mussten bereits schließen – vor allem in den höherpreisigen Vierteln.

An die vielen Streiks (oftmals sind die gesamten öffentlichen Verkehrsmittel lahmgelegt) haben sich die Menschen in der griechischen Hauptstadt dennoch gewöhnt. Problematisch wird es allerdings immer dann, wenn zeitgleich auch die Taxi-Unternehmer den Dienst verweigern.

Doch auch wenn die Verkehrsmittel in Betrieb sind, gibt es bedingt durch andere Kundgebungen – etwa von Rentnern, Finanzbeamten oder Gegnern der neuen Immobiliensteuer – etliche Straßensperren, die zum alltäglichen Chaos führen. Und so kommt es, dass auch selbstverschuldete Verspätungen gegenwärtig einfach auf “irgendwelche” Streiks geschoben werden.

Zum allgemeinen Auftreten in Athen passt auch die jüngste Umfrage, die besagt, dass die Mehrheit der Griechen eine Staatspleite inzwischen für unabwendbar hält. Die Eurozone verlassen, wie es hier in Deutschland vielfach diskutiert wird, wollen die Bürger dagegen nicht.

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