Chinas Weg zur Macht: Ein Strategiewechsel?
30.09.2010

“Haltet unsere Stärken verborgen. Haltet euch bedeckt und beansprucht niemals die Führungsrolle“ – diesen Satz hatte Deng Xiaoping, der China faktisch von 1979 bis 1997 führte, seinen Nachfolgern in die Wiege gelegt.
Lange Zeit hielt man sich daran. Chinas Einfluss in der Welt wuchs still und leise und man gab mehrheitlich den wirtschaftlichen Interessen den Vorrang. Der asiatische Riese fuhr gut mit dieser Strategie. Denn ohne große militärische Einsätze und mit wenig außenpolitischen Reibereien errang die Volksrepublik von Tag zu Tag mehr Macht und mehr globalen Einfluss.
Gerade der große Gegenspieler USA verfolgte die entgegengesetzte Strategie. Viel Geld für Afghanistan, viel Geld für Pakistan, viel Geld für den Irak-Krieg. Und dazu ein großer Image-Schaden, der sich erst mit Präsident Barack Obama wieder abschwächte. Kurz gesagt: China profitierte in geschickter Weise von den äußert kostspieligen militärischen Akten Amerikas.
So machten die Chinesen Geschäfte in Afghanistan, investierten in Ölfelder im Irak und legten Jahr für Jahr Wachstumsraten hin, von denen der Westen nur träumen konnte.
Nun scheint man diese Strategie ändern zu wollen. Warum? Ich habe dazu keine passende Erklärung, doch die Entwicklung wird stetig voran getreiben.
China zeigt mehr militärische Präsenz an seinen Küsten. China verschärft öffentlich wirksam eine diplomatische Krise mit Japan. China entwickelt ein eigenes Raketensystem als Antwort auf US-Waffenlieferungen an Taiwan. Ein chinesischer Diplomat sagt, dass er Amerikaner nicht ausstehen könne. China demonstriert Macht bei der Verurteilung von Dissidenten. …und so könnte die Aufzählung weitergehen.
Die Ziele Chinas mögen auch in der Vergangenheit die gleichen gewesen sein, doch der diplomatische Ton und das öffentliche, machthaberische Auftreten sind eine Entwicklung jüngster Zeit. Eine Entwicklung, die ungewünschte Aufmerksamkeit auf sich lenkt.
Wäre China nicht besser beraten, sich weiterhin nach der Weisung seines ersten Wirtschaftsreformers Xiaoping zu verhalten?
Foto: Flickr: SF Brit, CC
Tags: China, Deng Xiaoping
Von David Hamann















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