Filed Under:  News, Wirtschaft

Friday Bull, 21.10.11

21.10.2011

In unserer Reihe “Friday Bull” gibt Ihnen Fabian Huber wöchentlich eine Zusammenfassung der Neuigkeiten aus der Wirtschaft. Heute u.a. über die Vernetzung im Straßenverkehr, die Lage der deutschen Wirtschaft und über die neuen Vorstellungen der EU im Schienenverkehr.

Foto: Bestimmte Rechte vorbehalten, NYSE, Flickr:  Walter Rodriguez (Anpassung)

Vernetzung im Straßenverkehr

Navigationssysteme die uns mehr oder weniger rechtzeitig über Staus informieren und dementsprechend die Route anpassen sind heute schon eher die Regel als die Ausnahme. Wen wundert es da, dass die Forscher und Entwickler an dieser Stelle erst so richtig warm geworden sind. Das Verkehrsleitsystem der Zukunft befindet sich bereits kurz vor einer Testphase. In Frankfurt am Main startet im Frühling ein Feldversuch mit 120 Fahrzeugen und zwei Dutzend umgerüsteten Ampeln. 70 Millionen Euro kostet das Projekt welches von verschiedenen deutschen Automobilherstellern und -zulieferern, allen voran Daimler, ins Leben gerufen wurde. Vernetzung heißt das Zauberwort. Die Autos der Zukunft sollen untereinander in ständigem Kontakt stehen, um so Unfälle und auch Staus vermeiden zu können. Eine zentrale Verkehrsleitstelle fügt den von Fahrzeugen und Ampeln vor Ort gesammelten Informationen noch Baustellen, Unfälle und Stauungen hinzu, um dann den gesamten Verkehrsfluss in Ballungszentren deutlich verbessern zu können. Intelligente mit Sensoren ausgestattete Ampelanlagen registrieren zudem schnellen Handlungsbedarf und füttern betroffene Fahrzeuge unmittelbar mit notwendigen Informationen, wie zum Beispiel eine plötzliche Vollbremsung eines Verkehrsteilnehmers oder das unerwartete Auftauchen eines Radfahrers. Des weiteren soll auch die Grünphase bei bedarf angepasst werden, sodass beispielsweise Rettungsfahrzeuge noch bei Grün über die Kreuzung kommen. Denkbar wäre außerdem, dass die Ampel spontan erst hinter einem LKW auf Rot wechselt, damit dieser nicht abbremsen muss und dadurch Sprit sparen kann. Doch bei aller Innovation gibt es einige Punkte, die dabei noch ungeklärt sind. Wer haftet zum Beispiel bei einem Unfall, der durch ein plötzliches, von einer Verkehrsampel veranlasstes Bremsmanöver verursacht wurde? (faz.net)

Spannende Zeiten kommen auf uns zu würde ich sagen! Auch wenn viele Ideen sicherlich nicht neu sind, so kommen wir immer mehr in die Bereiche von denen Science-Fiction-Autoren in der Vergangenheit geträumt haben. Angeblich sind intelligente, aufeinander abgestimmte Ampelschaltungen in großen Städten bereits normal. Zumindest wird sie je nach Tageszeit und Verkehrsaufkommen angepasst. In Hamburg merke ich davon aber nicht viel. Aber wer weiß, wie schlimm es ohne wäre. Serienreif wird das neue Konzept frühestens in 7 Jahren sein. Ich befürchte jedoch, dass wir echte Auswirkungen erst deutlich später merken werden. Damit das System ausreichend effektiv arbeiten kann, müsste ein Großteil der Fahrzeuge mit entsprechender Technologie ausgestattet sein und die Ampelanlagen umgerüstet sein. Wenn ich mir anschaue, wie lange deutlich einfachere und billigere “Bauprojekte” der Stadt bis zur Umsetzung brauchen, so werde ich sicherlich nicht die Luft anhalten. Interessant zu wissen wäre außerdem, ob es preiswerte und einfache Aufrüstungsmöglichkeiten für ältere Fahrzeuge geben wird?

http://bit.ly/q60nkR

Foto: Some rights reserved by epSos.de

Der deutschen Wirtschaft geht es gut!

Fragen wir die Menschen auf der Straße, wie es aktuell um die deutsche Wirtschaft bestimmt ist, so würden wir sicherlich so ziemlich alles an Antworten bekommen, was nur denkbar ist. Geht es ihr gut? Geht es ihr schlecht? Tatsache ist, obwohl in den Medien häufig ein anderes Bild vermittelt wird, geht es der deutschen Wirtschaft erstaunlich gut! Der Jobmarkt entwickelt sich positiv, die Kreditzinsen für Firmen sind sehr niedrig und selbst die Löhne steigen. Woran könnte die negative Einstellung und die pessimistischen Erwartungshaltungen liegen? Angst ist sicherlich ein Faktor. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Euro-Krise. Wen erwischt es als nächstes? Wer muss jetzt gerettet werden? Eine Analyse von Stefan Schultz. (spiegel.de)

Die Wahrnehmung spielt eben eine sehr wichtige Rolle in unserer Gesellschaft. Wenn auf den Titelseiten von Zeitungen und in jeder Nachrichtensendung schlechte Stimmung verbreitet wird, ist es als Konsument schwierig zu Differenzieren. Fakt ist, wer sich aufmerksam umschaut und umhört stellt fest, dass inzwischen viele große und kleine Unternehmen wieder Rekordumsätze fahren und die Weichen auf Wachstum gestellt haben. Nicht nur in Deutschland sondern weltweit. Doch wir deutschen sind vorsichtig geworden und trauen uns noch nicht wieder so richtig. Nicht vergessen dürfen wir außerdem, dass egal wie unsere Währung in Zukunft heißt (ob EURO, D-MARK, usw.) wir immer in irgendeiner Form konsumieren werden. Wir werden Nahrungsmittel kaufen, trinken, Kleidung tragen, Autos fahren und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch weiterhin Telefonieren und Emaillen. Lassen wir uns also nicht unterkriegen von den andauernden Hiobsbotschaften aus Fernsehen und Zeitung.

http://bit.ly/pkzuFV

Foto: Some rights reserved by jeff_w_brooktree

EU mischt sich in die Deutsche Bahn ein

Die EU-Kommission will in Zukunft den Einfluss sämtlicher europäischer Staatsbahnen auf das Schienennetz eingrenzen. Grund für das Vorhaben ist Förderung von Wettbewerb. Für die Deutsche Bahn würde das eine Zerschlagung bedeuten. Zwar sind die beiden Sparten Infrastruktur und Verkehrsgesellschaften bereits zwei unterschiedliche Tochtergesellschaften der Bahn, jedoch untergegliedert in einer alles umfassenden Holding. Dank Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen fließen sämtliche Profite an die Holding und können dort beliebig eingesetzt werden. Auch für Investitionen im Ausland. Bahn-Chef Rüdiger Grube und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer setzen sich stark für den Erhalt der “bewährten” Konzernstruktur ein. (zeit.de)

Dass die Deutsche Bahn im Grunde eine klare Monopolstellung im Güter- und Personenverkehr in Deutschland innehat, sollte wohl klar sein. Und der Gedanke, dass wir mit den ständig steigenden Fahrpreisen die Investitionen der Bahn im Ausland mitfinanzieren, liegt auch nahe. Der Eingriff der EU könnte hier durchaus positive Einflüsse haben. Förderung des Wettbewerbs klingt ja erstmal gut. Fraglich ist nur, ob die weitere Privatisierung der Schienennetze und des Bahnverkehrs, die damit zweifelsohne ebenfalls gefördert würde, für den Personenverkehr in Deutschland von Vorteil sein wird? Die Befürchtung, dass abgelegene Bahnhöfe und die Trassen dorthin aufgrund von Unwirtschaftlichkeit früher oder später aufgegeben werden, bleibt also nach wie vor erhalten. Aktuell hat die Bahn ein großes Interesse, die staatlichen Zuschüsse für die Pflege der Infrastruktur weiter zu kassieren. Wie wird sich das entwickeln, wenn der Konzern erstmal zerschlagen ist?

http://bit.ly/q6jWFb

Foto: Some rights reserved by Matthew Black

New Yorker Taxi-Lizenz als Investment

In New York wurden laut einem Zeitungsbericht zwei Taxi-Lizenzen für jeweils eine Million Dollar an seinen neuen Besitzer verkauft. Der höchste Preis der jemals für eine solche Lizenz erzielt wurde. Offenbar ist der Preis jedoch gerechtfertigt. (spiegel.de)

http://bit.ly/rhceO5

Intel bricht alle Rekorde

Der größte Hersteller von Computerchips Intel fährt zum sechsten Mal in Folge alle Rekorde. Trotz fallender Prognosen auf dem PC-Markt übertrifft Intel alle Prognosen. Vor allem im Bereich der Notebooks und Server in Rechenzentren sei die Nachfrage groß. (n-tv.de)

http://bit.ly/nkBHCt

Banken und ihre Bilanzen

Wie bekommen es Banken trotz Krisen hin, in ihren Bilanzen gut da zu stehen? Das Zauberwort lautet “Debit Valuation Adjustment” und hat große Auswirkungen. Im Grunde läuft es darauf hinaus, dass Kursverluste in schlechten Zeiten in den Büchern zu Gewinnverzeichnungen führen. Je größer die Verluste, desto größer der “virtuelle” Gewinn. (n-tv.de)

http://bit.ly/pdLz9d

Kosten steigen dank Energiewende

Dank des Einsatzes der Politik und großen Teilen der Bevölkerung zum Thema Energiewende und Abschaltung von Kernkraftwerken, können wir uns laut der Financial Times in Europa auf eine Preisexplosion bei Energiekosten freuen. Bis zum Jahr 2050 angeblich bis zu 100 Prozent. (spiegel.de)

http://bit.ly/ncqMyw

Wegwerf-Wahnsinn bei Lebensmitteln

Insgesamt ca. 220 Millionen Tonnen Nahrungsmittel werden in den Industriestaaten jedes Jahr weggeworfen. In Deutschland allein sind es ungefähr 250 Kilogram pro Kopf. Wie kommt das und was können wir jeder einzelne dagegen tun? (spiegel.de)

http://bit.ly/oIr4nO

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