Filed Under:  News, Wirtschaft

Friday Bull, 14.10.11

14.10.2011

In unserer Reihe “Friday Bull” gibt Ihnen Fabian Huber wöchentlich eine Zusammenfassung der Neuigkeiten aus der Wirtschaft. Heute u.a. über BlackBerry-Hersteller RIM, den “Bundestrojaner” und über Anlagetipps via Google.

Foto: Bestimmte Rechte vorbehalten, NYSE, Flickr:  Walter Rodriguez (Anpassung)

BlackBerry am seidenen Faden

Im Jahr 1999 stellte das Unternehmen RIM (Research in Motion) seinen ersten BlackBerry vor. Seit dem entwickelte sich das Smartphone, welches noch heute den Namen BlackBerry trägt, schnell zum weltweiten Wahrzeichen für professionelle Kommunikation. Der BlackBerry machte das Senden und Empfangen von Emails und sogar das surfen im Internet überall und zu jeder Zeit salonfähig. Doch wie so oft in der schnelllebigen Geschichte von IT-Unternehmen, sollte der Siegeszug nicht anhalten. Nicht genug, dass RIM bereits seit Jahren mit dem massiven Verlust von Marktanteilen an Apples iPhone und Googles Android Betriebssystem leben muss, diese Woche durfte BlackBerry einen weiteren Rückschlag einstecken. Seit Anfang der Woche kämpft RIM mit nicht enden wollenden Problemen bei der hauseigenen Infrastruktur, welche dafür sorgen, dass Millionen von BlackBerry-Benutzer keine Emails mehr abrufen und nur eingeschränkt das Internet nutzen können. Betroffen sind Kunden in Europa, im Nahen Osten, Afrika, Indien, Brasilien, Chile und Argentinien. Die Funktionalität der ehemals revolutionären Smartphones reduziert sich damit auf das reine Telefonieren und Senden von Kurznachrichten. Genau das, was BlackBerry in der Businesswelt so beliebt gemacht hat, nämlich das Routen sämtlichen Datenverkehrs über die hauseigenen RIM-Netzwerkserver, wird dem Unternehmen und dessen Kunden jetzt zum Verhängnis. Bisher galt das System damit als besonders sicher vor dem Aushorchen der Daten von Außen. Die Aktionäre von Research in Motion werden indessen unruhig. Einige Anteilseigner drängen nun auf eine Aufspaltung des Unternehmens. Vic Alboni, Chef der kanadischen Handelsbank Jaguar Financial und ein wichtiger RIM Aktionär, vereint zur Zeit gleich gesinnte Aktionäre, um sein Vorhaben voranzutreiben. Seiner Meinung nach sollte das Unternehmen schnellstmöglich profitabel verkauft werden. Mögliche Interessenten habe er auch schon: Facebook, Microsoft, Hewlett-Packard und Oracle. (n-tv.de, spiegel.de)

BlackBerry bleibt aktuell auch nichts erspart. Seit Jahren kämpft RIM um Marktanteile und versucht verzweifelt auf dem Markt konkurrenzfähig zu bleiben. Konkurrenten und vergleichsweise Neulinge in der mobilen Kommunikationsbranche wie Apple und Google haben den ehemaligen Pionier und Marktführer längst zurückgelassen. Kein Wunder, wenn viele Weiterentwicklungen einfach verschlafen oder ignoriert werden. Wichtigster Punkt in meinen Augen ist jedoch nicht das altmodische Design oder die verzweifelte Überzeugung an einer tastaturgestützten Bedienung festzuhalten. Apples iPhone ist deswegen in so kurzer Zeit so erfolgreich geworden, weil die Entwickler mitgezogen haben. Durch die Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit des App Stores, über den jeder Benutzer in kurzer Zeit auf eine Welt von Anwendungen zugreifen kann, wurde das moderne Smartphone zu einem universalen Werkzeug für jedes nur erdenkliche Einsatzgebiet. Programmierer hatten bei BlackBerry schon früh bemängelt, dass das Entwickeln von Applikationen für das BlackBerry OS einfach zu kompliziert sei. Diesen Vorsprung wird der BlackBerry nicht mehr aufholen können. Es sei denn, RIM wechselt die Strategie und nutzt in Zukunft Googles Android OS? Auf diese Weise könnten künftige BlackBerry Kunden auch auf den stetig wachsenden Android Market zugreifen.

htp://bit.ly/qAGGda (n-tv.de)

http://bit.ly/ngLqky (spiegel.de)

Foto: Some rights reserved by blueskyman123

Bundestrojaner öffnet Türen und Tore

Der sogenannte Bundestrojaner ist aktuell in aller Munde. Wie der Chaos Computer Club eindrucksvoll demonstrierte, verstößt der Umfang der Software zum Ausspionieren der Computer von verdächtigen Personen offenbar in einigen Punkten gegen das Deutsche Grundgesetz (breakfastpaper berichtete). “Wer nichts zu verbergen hat, sollte damit kein Problem haben.” – Jeder Bürger, der nach wie vor diese Einstellung vertritt, krankt laut Dietmar Dath an einer “mit nichts mehr zu entschuldigenden Informationsverarbeitungsschwäche”. Der ein oder andere mag bei diesen Diskussionen unwillkürlich an Orwells 1984 denken. Ein nachdenklicher Kommentar zu Überwachung und Kontrolle von Dietmar Dath. (faz.net)
Viel kontroverser finde ich die Situation, die sich aus dem Einsatz solcher “offiziell genehmigten” Spionagesoftware ergibt. Wenn unser Rechtssystem in der Lage ist, in jeden Rechner einer ausreichend verdächtigen Person einzudringen, beliebig Software nachzuladen und aufzuspielen, wer ist dann noch in der Lage zu kontrollieren, welchen Ursprungs bestimmte Daten auf dem Zielrechner sind? Und wenn der Staat einmal infizierte Systeme ausspionieren kann, dann kann ein halbwegs begabter Hacker das unter Umständen genauso tun. Natürlich ist das keine rein schwarz-weiße Situation und es gibt sicherlich begründete Situationen in der die beschriebene Vorgehensweise sinnvoll erscheint. Klar ist aber auch, dass es noch reichlich Klärungsbedarf in dieser Angelegenheit gibt und nichts überstürzt werden darf. Aus diesem Grund bin ich sehr froh, dass es Organisationen wie den CCC gibt, die ein Auge auf diese Entwicklungen haben und darüber informieren.

http://bit.ly/ngLqky

Foto: Some rights reserved by maha-online

Anlagetipps über Google?

Die Idee dahinter ist eigentlich überraschend simpel: Rund 80 Prozent aller Internetsuchanfragen weltweit laufen über die Suchmaschine Google. Wer sich für etwas interessiert, sucht danach. Interessieren sich viele Leute für ein und dasselbe, so erhöhen sich die Suchanfragen dazu. Forscher der US-amerikanischen Universitäten Kansas und Notre Dame haben herausgefunden, dass sich dieses einfache Prinzip für kurzfristige Aktienanlagen nutzen lässt. Zumindest in der Theorie. Wer Google nutzt, um nach Aktien zu suchen, der interessiert sich folglich dafür und ist ein potentieller Käufer. Aktien, nach denen kaum oder gar nicht gesucht wird, sind also uninteressant und werden höchstwahrscheinlich in den folgenden Tagen wenig gekauft. Allerdings dürfte sich dieses Prinzip aufgrund der Kurzlebigkeit der Suchstatistiken nicht für langfristige Anlagen eignen. Es wäre also durchaus eine größere Anlagesumme von Nöten und diese müsste regelmäßig alle paar Tage umgeschichtet werden. (n-tv.de)

http://bit.ly/ngLqky

Foto: Some rights reserved by Stéfan

Fischertechnik im Einsatz für die Industrie

Nicht nur Kinder und Jugendliche spielen leidenschaftlich gern mit den Bausätzen von Fischertechnik. Auch an Universitäten und in großen Unternehmen der Industrie werden die Spielzeuge für Erwachsene eingesetzt. Dank ausgeklügelter Steuerungselektronik, lassen sich damit ganze Fertigungsstätten im Kleinen entwerfen und testen. (n-tv.de)

http://bit.ly/ngLqky

Chinas Hacker verkünden Strategiewechsel

Die “Roten Hacker”, Chinas prominenteste Hacker-Organisation, haben unter neuer Führung ein neues Manifest ausgearbeitet. Wichtigster Punkt ist die Vorgehensweise: Weg vom Angriff, hin zur Verteidigung. Künftig wolle man hierzu den fachlichen Nachwuchs verstärkt fördern und die neuen Wertvorstellungen vermitteln. (faz.net)

http://bit.ly/ngLqky

Zürich – Modellstadt für ökologisches Bauen

Bis zum Jahr 2050 wollen die Schweizer in ihren Städten Zürich, Basel und Genf den pro Kopf Energieverbrauch von 6.000 Kilowatt auf 2.000 Kilowatt Dauerleistung senken. Natürlich soll die Lebensqualität nicht darunter leiden. Ist das überhaupt möglich? Die Wähler zumindest stehen mit Euphorie hinter der Entscheidung. (zeit.de)

http://bit.ly/ngLqky

Die Deutschen und die Bankenrettung

Bei all den Rettungspaketen, die immer wieder für die Banken geschnürt werden, fragt man sich doch manchmal, wer ist eigentlich der größte Verlierer dabei? Sind die deutschen die “dümmsten Bankenretter”? Und wer wird dabei sonst noch über den Tisch gezogen? (kantooseconomics.com)

http://bit.ly/ngLqky

Sonnenkraftwerk arbeitet bei Nacht

Was sich zuerst wie ein schlechter Scherz anhört, hat in Wirklichkeit sehr viel Wahres an sich. Deutsche Bastler haben ein Solarkraftwerk gebaut, was auch Nachts noch arbeitet, wenn gar keine Sonne mehr scheint. Natürlich wird im Dunkeln kein Strom erzeugt, aber ein neuartiger Wechselrichter kann zukünftig eine große Aufgabe übernehmen, die in der Vergangenheit die Kernkraftwerke übernommen haben. (spiegel.de)

http://bit.ly/ngLqky

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