Friday Bull, 22.07.11
22.07.2011

In unserer Reihe “Friday Bull” gibt Ihnen Fabian Huber wöchentlich eine Zusammenfassung über Neuigkeiten aus der Wirtschaft. Heute u.a. zu Cloud Computing, sterbenden Buchhandlungen und den Fuggers.
Foto: NYSE, Flickr: Walter Rodriguez, CC-Lizenz
Im Zeichen des Cloud-Computing – Dropbox auf dem Vormarsch
Es dürfte wohl niemandem entgangen sein, dass der Trend aktuell immer mehr weg vom lokalen Speichern von Daten, hin zum sogenannten Cloud-Computing geht. Gemeint ist hier vor allem das Ablegen und Sichern von Dateien in den Weiten des Internets, der “Cloud”. Von Dokumenten über Fotos und Musik bis hin zu Filmen wird in Zukunft vieles nicht mehr auf dem heimischen Computer liegen. Entscheidender Vorteil in einer Welt, in der der Trend zum Dritt- oder Viertcomputer in Form von Smartphone oder iPad geht, liegt auf der Hand: Jederzeit, überall und von jedem Gerät auf die Daten zugreifen zu können wird immer wichtiger. Kein lästiges synchronisieren ist mehr notwendig. Auf nahezu magische Art und Weise stehen die Dateien automatisch auf allen gewünschten Geräten zur Verfügung. Einzig eine Verbindung zum Internet ist erforderlich. Die Richtung frühzeitig erkannt hat der Dropbox-Gründer Drew Houston. Ausgerechnet der Ärger über einen vergessenen USB-Stick, auf dem seine Arbeit für unterwegs gespeichert war, brachte ihn auf die Idee für das Projekt. Knapp 5 Jahre später ist sein Unternehmen Dropbox auf dem Weg zu einem Milliardenunternehmen. Auch die Großen aus der Branche kommen um das Thema nicht mehr herum. Microsoft mit “Skydrive”, Google mit seinem online Dokumentenservice “Google Docs” und auch Apple mit seiner komplett überarbeiteten Version von MobileMe, die in Zukunft äußerst passend “iCloud” genannt wird. (faz.net)
Ich muss zugeben, als sich dieser Trend vor einigen Jahren angekündigt hat, war ich noch sehr skeptisch. Meine persönlichen Dokumente irgendeinem Service anvertrauen, den ich nicht kenne? Weiß ich denn was mit meinen Daten da passiert? Ich war der festen Überzeugung, was ich lokal gesichert habe kann ich auch nicht verlieren. Inzwischen möchte ich Dienste wie Google Docs oder Dropbox nicht mehr missen. Die Einfachheit hat mich überzeugt. Kein lästiges hin- und herschieben mehr per Email oder per FTP. Vor Allem das Zusammenarbeiten an Dokumenten oder ganzen Projekten ist eine wahre Freude dank Cloud-Computing. Selbst der Datenskandal, den Dropbox vor einigen Wochen durchmachen durfte, konnte mich nicht schocken. Für mehrere Stunden war die Passwortabfrage außer Kraft gesetzt, sodass die Daten theoretisch Jedermann zugänglich waren. Wie so oft siegt bei mir einfach der Komfort. Besonders sensible Daten werden von mir nach wie vor verschlüsselt, bevor sie in der “Cloud” landen. Bin ich hier noch zu leichtsinnig? Fakt ist, je mehr mobile Geräte wir nutzen, und je größer die Datenmengen werden, die wir unterwegs konsumieren, desto mehr werden wir auf die Wolke ausweichen. Denn nur so ist es möglich, überall mit dem Smartphone auf die gesamte Musiksammlung, die letzten 5 Jahre Familienfotos und die aufgezeichnete Fernsehsendung von gestern Abend zugreifen zu können. Und genau da wollen wir schließlich hin. Oder etwa nicht?
Foto: Bestimmte Rechte vorbehalten von ndrwfgg
Buchhandlungen sterben aus – Borders schließt die Pforten
Die Entwicklung kündigt sich schon eine ganze Weile an: Buchhandlungen haben es immer schwerer, sich gegen die günstige und komfortable Konkurrenz im Internet durchzusetzen. Die zweitgrößte US-amerikanische Buchhandelskette Borders muss die Segel streichen, nachdem Sie auf der Suche nach einem Käufer leider gescheitert ist. Tausende von Angestellte, die in rund 400 Filialen arbeiten, verlieren damit ihre Jobs. Trotz umfangreichen Rettungsmaßnahmen, zu denen bereits das Schließen etlicher Filialen gehörte, war die Kette nicht mehr zu Retten. Die Wirtschaftskrise hat das ihrige getan, dass die Buchkäufe in den USA insgesamt zurückgegangen sind. Und wenn doch gekauft wurde, haben viele Käufer lieber den Weg zu Discountseiten im Internet gesucht. Ein weiterer Faktor im Kampf um den Einzelhandel dürfte sicherlich auch der sich steigender Beliebtheit erfreuende eBook-Reader sein. Die günstigen Modelle gibt es inzwischen für unter 100 Dollar zu kaufen. Auch hier hat Amazon momentan die Nase vorn. (n-tv.de)
Das war ja leider zu erwarten. Auch hierzulande leiden die Buchhandlungen bereits stark unter der steigenden Konkurrenz. Ich persönlich bin zwiegespalten bei dem Thema. Auf der einen Seite liebe ich es, in Buchhandlungen zu stöbern. Ein Erlebnis, das mir das Internet bisher noch nicht bieten kann. Auf der anderen Seite bin ich stolzer Besitzer eines aktuellen Kindles von Amazon. Die Schnelligkeit, mit der ein Buch im Internet gekauft ist und Minuten später wie durch Zauberhand auf meinem eReader auftaucht, ist unerreicht. Selbst zu meiner Buchhandlung um die Ecke bin ich mindestens 10 Minuten unterwegs. Voraussetzung ist hier jedoch eindeutig, dass ich vorher genau weiß, was ich will. Die Kompetenz im Buchladen in Form einer sehr freundlichen und meist sehr zuvorkommenden Mitarbeiterin, kann mir im Falle meiner Entscheidungsunfähigkeit jedoch deutlich besser weiterhelfen, als mein Webbrowser. Mag sein, dass ich da anders ticke, aber ich hangele mich bei Büchern äußerst ungern durch die Rezensionen meiner liebsten Onlineshops. Und das spontane Fachsimpeln über verschiedene Autoren mit anderen “Suchenden” vor den endlosen Regalen bunter Romane, kann das Internet bislang auch nicht ersetzen. Bleibt also nur zu hoffen, dass beide Wirtschaftszweige in Zukunft eine gesunde Balance finden und uns damit die gemütliche und zum Träumen verleitende Atmosphäre der Buchläden weiterhin erhalten bleibt.
Foto: “Bücher” von ginnerobot, Flickr, CC
US-Regierung will soziale Medien für Propaganda einsetzen
Um künftig besser verstehen zu können, was in den sozialen Medien in Echtzeit passiert, hat das Pentagon das sogenannte “Social Media in Strategic Communication” Programm (SMISC) ins Leben gerufen. Besonders von Interesse sei jeweils die aktuelle Situation in Gebieten, in denen Truppen abgesetzt werden sollen. Und wenn man schon einmal dabei ist, sich in die Tiefen der Social Media zu graben, warum nicht auch gleich den Spieß umdrehen? SMISC soll in der Lage sein, bestimmte Kampagnenstrukturen nicht nur zu erkennen sondern auch gezielt zu beeinflussen. Ein sehr umfangreicher und spannender Artikel. (nakedcapitalism.com)
Die Fugger – Die Finanziers der europäischen Fürsten
Eine Reise durch die Geschichte der Kaufmannsfamilie Fugger und wie damals eins der größten und mächtigsten Unternehmen der Welt entstand. Erschreckende Parallelen zur heutigen Zeit werden hier gezogen und es lässt sich wieder einmal erkennen, dass sich bestimmte Dinge in Politik und Wirtschaft ständig wiederholen. (faz.net)
[VIDEO] Chefsache: Meissener Porzellan-Manufaktur und Christian Kurtzke
Diese Woche führte uns das n-tv Magazin “Chefsache” nach Meißen zu der gleichnamigen 1710 gegründeten Porzellan-Manufaktur. Der Vorstandsvorsitzende Christian Kurtzke führte die Marke in den letzten Jahren aus den roten Zahlen und möchte nun frischen Wind in traditionelle Produkte bringen und damit das staatliche Unternehmen wieder rentabel machen. (n-tv.de)
Intelligenz oder Erfolg?
Psychologen haben herausgefunden, dass Erfolg nicht zwangsweise etwas mit Intelligenz zu tun haben muss. Im Gegenteil: Intelligenz ist zwar häufig ein Garant für gute Noten in der Schule und einen erfolgreichen Abschluss an der Uni, für den Erfolg ist aber meist ein ganz anderer Faktor ausschlaggebend. Die Persönlichkeit. Es besteht also auch Hoffnung für alle Eltern, deren Kinder in der Schule nicht zu den Top-Schülern gehören. (faz.net)
Flugzeugfonds – versteckte Risiken
Der Flugverkehr nimmt immer weiter zu, die Entwicklung ermöglicht immer größere Flugzeuge. Geschlossene Flugzeugfonds laufen wie geschnitten Brot. Doch was passiert mit den Luftriesen, wenn der erste Leasingvertrag endet? (ftd.de)
Bodo Wolf lebt für alternative Energien
Alternative Energien sind heute in aller Munde und die Diskussionen überall präsent. Der vom WWF zum “Ökomanager des Jahres” gekürte Bodo Wolf hatte schon früh Ideen, für die er lange Zeit belächelt wurde. Sein Ziel: Er will Kohle, Öl und Erdgas herstellen, mithilfe von Luft, Wasser und Sonne. Ganz so, wie es uns die Natur vormacht. Inzwischen hat er drei Unternehmen aufgebaut, die basierend auf seinen Ideen und Patenten genau dieses Ziel weiter verfolgen. (zeit.de)
Für ein paar hundert Euro ins Nano-Haus ziehen
Was sich im ersten Moment wie ein schlechter Witz anhört, plant der indische Konzern Tata in Realität zu verwandeln: Ein 65 Quadratmeter Haus, welches innerhalb von nur einer Woche aufgebaut sein soll. Hin zum Einfachen, Reduzierung auf das Wesentliche. Und das für gerade einmal 700 Dollar. (zeit.de)
Tags: Buchhandlungen, Cloud Computing, Social Media
Von Fabian Huber















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