Der Fall Strauss-Kahn: Ein Überblick
17.05.2011
Dominique Strauss-Kahn bleibt weiter in Haft, der IWF gibt bekannt, er sei auch ohne den Chef handlungsfähig, in Frankreich brodelt die Gerüchteküche. Die Ereignisse zum Vorfall in New York überschlagen sich. Ein Überblick.
Worum geht es?
Dominique Strass-Kahn (DSK), Chef des Internationalen Währungsfonds, wurde am Samstag wegen versuchter Vergewaltigung und sexueller Belästigung in New York angeklagt. Er soll ein Zimmermädchen seines Hotels attackiert und gleichzeitig versucht haben, sie in seinem Zimmer einzuschließen. Als es der Bediensteten gelang, die Flucht zu ergreifen, soll der IWF-Chef angeblich hastig sein Zimmer verlassen und zum Flughafen gefahren sein. Nach Alarmierung der Polizei wurde Strauss-Kahn kurz vor Start seiner Air-France-Maschine von den Behörden festgenommen.
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Aktueller Stand
DSK bleibt weiter in Haft; inzwischen ist er sogar auf der Gefängnisinsel Rikers Island untergebracht worden. Ein Antrag auf Kaution (1 Million US-Dollar) wurde abgelehnt. Begründung: Fluchtgefahr.
Es gibt viele Ungereimtheiten um den Fall und auch schon etliche Vermutungen einer Intrige. Ist DSK in eine Falle geraten?
Wie der französische Sender RMC berichtet, hat der IWF-Chef aber sogar ein Alibi. Zum Zeitpunkt des Angriffs soll er mit seiner Tochter essen gewesen sein. Die Anwälte Strauss-Kahns hätten Beweise dafür. Die Herkunft dieser Information ist bislang allerdings nicht bekannt.
Kooperation mit den Behörden?
DSK soll sich bei seiner Verhaftung sehr kooperativ gezeigt haben. Auch einer gerichtsmedizinischen Untersuchung stimmte er bereits zu.
Wer profitiert von dem Vorfall?
1. Nicolas Sarkozy: Der französische Staatschef ist – zumindest vorerst – einen potentiellen Konkurrenten im 2012-Wahlkampf um das Präsidentenamt los.
2. Mögliche Nachfolger Strauss-Kahns: Vor allem die Schwellenländer melden ihren Anspruch auf den Chefposten beim Internationalen Währungsfonds an.
Wer nimmt Schaden?
1. Dominique Strauss-Kahn: Egal, wie der Fall ausgeht, der IWF-Chef wird es auch nach einem Freispruch erstmal schwerer haben in seiner Karriere – das Aus für den Finanzexperten wäre es jedoch nicht.
2. Frankreichs Sozialisten: DSK wurde als Präsidentschaftskandidat der Sozialisten gehandelt.
3. Europas Krisenstaaten: Zwar sagt der IWF, dass er auch ohne seinen Chef handlungsfähig sei, doch schien DSK immer als der Krisenmanager der Euro-Zone.
Foto: Flickr: Πρωθυπουργός της Ελλάδας, CC (Anpassung)
Tags: Dominique Strauss-Kahn, Frankreich, IWF, Nicolas Sarkozy, USA
Von David Hamann















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