Icesave-Abkommen gescheitert: Isländer gegen Tilgung von Bankschulden
10.04.2011
Es gibt Neuigkeiten über das Icesave-Abkommen: In der zweiten Volksabstimmung über die staatliche Schuldenrückzahlung für die Pleitebank Icesave haben Islands Bürger mit “Nein” gestimmt. Ein überraschendes Ergebnis.
Das Ergebnis ist vor allen Dingen deshalb überraschend, weil es in letzten Umfragen vor der Abstimmung noch eine Mehrheit für das Icesave-Abkommen gegeben hatte.
Nach Angaben des Fernsehsenders RUV stimmten nach Auszählung von zwei Dritteln der Stimmen 58 Prozent gegen und 42 Prozent für die von der Regierung ausgehandelte Tilgung der Schulden an Großbritannien und die Niederlande. Diese beiden Länder betrifft es, weil die Regierungen in London und Den Haag den heimischen Kunden ihre Einlagen bereits erstattet haben. Insgesamt geht dabei um bis zu 3,8 Milliarden Euro.
So überraschend das Ergebnis auch ist, kann man die Bevölkerung aus Island durchaus gut verstehen. Was spräche denn auch für sie, die Schulden aus der Staatskasse zu den ausgehandelten Bedingungen zu tilgen?
Ein Detail, das diesem Icesave-Abkommen einen bitteren Beigeschmack gibt, ist das frühere Besitzverhältnis. Icesave gehörte Landsbanki und Landesbanki zu 44 % Björgólfur Thor Björgólfsson – laut Forbes-List Islands reichster Mann (bis 2009 wurde er noch auf der Liste Milliardäre geführt).
Foto: Icesave-Werbung, Flickr: Shiny Things, CC
Tags: Björgólfur Thor Björgólfsson, Finanzkrise, Icesave, Island
Von David Hamann















Pingback: News für Montag, 11.04.11 | breakfastpaper
Pingback: build a website
Pingback: οικιακά φωτοβολταϊκά