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Schwarz-Gelbe Atomexporte nach Brasilien – wollen wir das?

31.03.2011

Jetzt ist Glaubwürdigkeit in der Atom-Debatte in Deutschland gefragt. Will sich die FDP wirklich für die Abschaltung der alten Meiler einsetzen und umdenken? Wie sieht es in der CDU/CSU aus? Einen ersten Check könnte es in den kommenden Wochen geben.

Im Februar 2010 gab die Bundesregierung dem französisch-deutschen Kernenergiekonzern Avera NP/Siemens eine grundsätzliche Bürgschaft für das Atomkraftwerk Angra 3 in Brasilien. Dabei ging es um einen Umfang von 1,3 Milliarden Euro, berichtet die Nichtregierungsorganisation Compact.

Um diesen Deal abzuschließen, hatte die Bundesregierung sogar das 2001 eingeführte Atomexport-Ausschlusskriterium aufgehoben.

Compact zählt unter anderem folgende kritische Fakten zu dem Vorhaben auf.

- Die Lage – Angra in Brasilien – ist für den Bau des Kraftwerks nicht geeignet. Es handelt sich um ein Erdbeben- und Erdrutschgebiet.

- Der drohende Meeresspiegelanstieg wurde in den Umweltverträglichkeitsstudien offenbar nicht berücksichtigt.

- Der Stand der Technik von Angra 3 ist – laut Compact – vergleichbar mit dem in den 70er Jahren gebauten Meiler Grafenrheinfeld (Druckwasserreaktor zweiter Generation)

- Der Neubau des Kraftwerks nach diesen Standards wäre in Westeuropa gar nicht mehr genehmigungsfähig.

Da die endgültige Bürgschaft für das Kraftwerk noch nicht unterschrieben ist und bei einer “wesentlichen Änderung der Sach- und Rechtslage” – Stichwort Fukushima – zurückgezogen werden könnte, ruft Compact zur Unterzeichnung einer Petition auf.

Aktuell haben sich bereits 42.341 Unterstützer gefunden.

Hier geht’s zur Petition: http://www.campact.de/atom2/sn12/signer

Foto: Kernkraftwerk Angra in Brasilien, By Sturm (Eigenes Werk) [CC-BY-3.0], via Wikimedia Commons

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