Deutschlands Enthaltung im UN-Sicherheitsrat: Westerwelles schwerwiegender Fehler
18.03.2011
Deutschlands Enthaltung bei der Abstimmung zum Libyen-Einsatz im UN-Sicherheitsrat ist ein schwerer diplomatischer Fehler und setzt international völlig falsche Zeichen.
Die deutsche Bundesregierung hat vor der jüngsten Entscheidung über ein militärisches Vorgehen gegen Libyen die Aktionen des Gaddafi-Regimes sehr deutlich verurteilt. Bundesaußenminister Guido Westerwelle forderte gar den Rücktritt von Machthaber Muammar al-Gaddafi und vertrat in der Frage um neue Sanktionen eine harte Position.
Deutschland auf Linie von China und Russland
Ausgerechnet jetzt, wo sogar die Arabische Liga nach einer No-Fly-Zone ruft, enthält sich Deutschland in der wichtigen Frage um den Erfolg der für Demokratie und Freiheit kämpfenden libyschen Opposition seiner Stimme und schließt sich damit unter anderem Russland und China an.
Begründet wird die Enthaltung mit dem Vorhersehen “erheblicher Gefahren und Risiken”. Weiter heißt es von Guido Westerwelle: “Deutsche Soldaten werden sich an einem militärischen Einsatz in Libyen nicht beteiligen”.
Wo bleibt die “globale Verantwortung”?
Die deutsche Regierung ist also sehr deutlich im Mahnen und Verurteilen. Aktionen, die zum Stopp der Gewalt in Libyen beitragen, sollen aber lieber die anderen Staaten durchführen. Ist es diese Einstellung, die Westerwelle im September bei der Wahl zur Besetzung des UN-Sicherheitsrates ansprach? ”Deutschland ist bereit, globale Verantwortung zu übernehmen” – wohl eher nicht.
Foto: Guido Westerwelle, Dirk Vorderstraße, WikiMedia Commons
Tags: Guido Westerwelle, Libyen, No-Fly-Zone, UNO
Von David Hamann















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