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Demonstrationen in Ägypten: Eine ungewisse Zukunft

31.01.2011

In Ägypten herrscht weiter Chaos. Die Opposition will sich von Polizei- und Militär nicht einschüchtern lassen und demonstriert auch am siebten Tage gegen das Regime von Präsident Muhammad Husni Mubarak. Viele Protestler trotzen dabei den offiziell verhängten Ausgangssperren.

El-Baradei schließt sich wieder Demonstrationen an

Am Sonntag schloss sich auch Mohammed el-Baradei erneut den Demonstrationen an. Der Oppositionspolitiker und ehemalige Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) steht seit Tagen unter Hausarrest, nachdem er zuvor noch angeboten hatte eine Übergangsregierung führen zu wollen.

Medienberichten zufolge rief er den Demonstranten am Sonntag zu, dass bereits “in wenigen Tagen” der Wandel komme.

Forderungen aus dem Westen

Aus dem Westen kommen nun zwar deutlichere Reaktionen – jedoch immer noch mit einer gewissen Vorsicht und Ungewissheit, was wohl nach Mubarak folgen könnte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte vom ägyptischen Präsident am Sonntag die Gewährleistung von Demonstrations- und Informationsfreiheit sowie eine gewaltfreie Lösung.

Aus den USA kamen deutlichere Forderungen nach einem “geordneten Übergang” zu einer “wirklichen Demokratie” (US-Außenministerin Hillary Clinton).

Bleibt das Militär oder kehrt die Polizei zurück?

Nachdem das Militär die schlichtweg überforderte Polizei ablöste, kommen nun Meldungen durch, die besagen, dass die Polizeikräfte an einigen Orten wieder zurück auf der Straße sind.

Noch am Sonntag versuchte das ägyptische Militär die Demonstranten einzuschüchtern. Ein Tiefflug von Kampfjets über Kairos Innenstadt sollte Macht demonstrieren – vergeblich. Die Proteste setzten sich unverändert fort.

Aktuelle Informationen

Aufgrund von massiven Versuchen des Regimes, die Internetkommunikation und Berichterstattung zu unterdrücken, werden Meldungen über Ereignisse zum Teil erst später öffentlich. In diesem Zusammenhang ließ die Regierung auch das Büro des arabischen Fernsehsenders Al Jazeera in Kairo schließen.

Dennoch: Über das Twitter-Hashtag #jan25 wird weiter kommuniziert – erste Meldungen gibt es meist zu erst hier.

breakfastpaper bleibt selbstverständlich auch weiter dabei und berichtet.

Foto: Ägyptische Soldaten, Flickr: monasosh, CC

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