News für Freitag, 21.01.11
21.01.2011
Soros zur Eurokrise: Bankensystem sollte rekapitalisiert werden [BFP]
US-Milliardär George Soros hat Europa dazu aufgerufen, die finanziellen Nothilfen nicht nur zu nutzen, um Staaten Kredite einzuräumen, sondern auch, um das Bankensystem zu rekapitalisieren.
In einem Gastbeitrag im Handelsblatt weist Soros auf zwei Fehler hin, die europäischer Politiker seines Erachtens derzeit begehen:
Der eine ist, dass die Inhaber von Anleihen insolventer Banken auf Kosten der Steuerzahler geschützt werden – aus Angst, eine Finanzkrise zu provozieren. Dies ist politisch inakzeptabel. Die irische Regierung, die im kommenden Frühjahr gewählt wird, wird die gegenwärtigen Arrangements bestimmt nicht anerkennen. Die Märkte wissen das, deswegen hat die Rettung Irlands keine Entspannung gebracht.
Zweitens machen es die hohen Zinsen, die für die Rettungspakete anfallen, den schwächeren Ländern unmöglich, ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den stärkeren Ländern zu verbessern. Die Divergenzen nehmen zu, die schwachen Länder werden weiter geschwächt.
Es gebe jedoch eine Lösung für beide Fehler, sagt Soros. Erstens: Das finanzielle Hilfsprogramm solle nicht nur genutzt werden, um kriselnden Staaten Kredite zu geben, sondern auch zur Rekapitalisierung des Bankensystems. Es sei besser, den Banken “eher früher als später” Eigenkapital auf europäischer Basis zuzuführen, so der US-Milliardär. Damit würde gleichzeitig auch ein europäisches Aufsichtssystem geschaffen.
Für den zweiten Fehler schlägt Soros folgende Lösung vor: Eine Zinssenkung für die Rettungspakete. Der Satz solle auf das Niveau gesenkt werden, zu dem die EU selbst Kredite aufnehme. Der Vorteil: Die Entwicklung eines “aktiven Euro-Bond-Marktes”.
Den gesamten Gastbeitrag beim Handelsblatt: Krisenmanagement: Europas neue Fehler
Buchtipp zum Thema (Amazon): Weltkrieg der Währungen: Wie Euro, Gold und Yuan um das Erbe des Dollar kämpfen – und was das für unser Geld bedeutet
2010: Nahrungsmittelpreise in den Himmel geschossen [BFP]
Nahrungsmittel sind im vergangenen Jahr deutlich teurer geworden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stiegen die Preise im Dezember 2010 gegenüber Dezember 2009 um 3,6 Prozent. Auch übers Jahr gesehen wurde gegenüber 2009 ein Anstieg von 1,9 Prozent gemessen – ein höherer Wert als der durchschnittliche Anstieg der Verbraucherpreise von 1,1 Prozent.
Und auch der langfristige Vergleich zeigt, wie sehr sich die Nahrungsmittelpreise preistreibend auswirken: Die Verbraucherpreise stiegen von 2005 bis 2010 um 8,2 Prozent, die Nahrungsmittel dagegen um 13 Prozent.
Den stärksten Preisanstieg gegenüber 2009 gab es bei Speisefetten und -ölen: +8,7 Prozent. Darauf folgte Gemüse mit +6,3 Prozent und Obst mit +5,2 Prozent.
Gesamte Tabelle bei Destatis: Verbraucherpreisindex für Deutschland
Koreakonflikt: Entspannung nach Angebot für ranghohe Militärgespräche [BFP]
Noch vor wenigen Wochen drohte Nordkorea dem Süden mit “Heiligem Krieg” und atomarer Abschreckung. Jetzt gibt es Anzeichen für eine Entspannung des Konflikts.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters nahm Südkorea am Donnerstag ein Angebot des Nordens für “ranghohe Militärgespräche” an. Dabei soll unter anderem auch über Abrüstung gesprochen werden. Ein Deal “Abrüstung gegen Hilfslieferungen” könnte damit wieder möglich werden.
Im vergangenen Jahr war es mehrmals zu kritischen Spannungen und Eskalationen zwischen den beiden Koreas gekommen. Der Süden warf dem Norden vor, ein Militärschiff angegriffen und versenkt zu haben. Darüber hinaus kam es Ende November zu einem Angriff Nordkoreas auf eine südkoreanische Insel. Folge waren erneute Machtdemonstrationen in Form von militärischen Seemanövern Südkoreas mit den USA.
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(Erschienen im Newsletter am Freitagmorgen, 21.01.11)
Fotos: George Soros, Flickr: World Economic Forum, by E.T. Studhalter, CC; Früchte / Gemüse, Flickr: matt.hutchinson, CC; Nordkorea-Flagge, Flickr: John Pavelka, CC
Tags: Alexander Lukaschenko, Anschlag, Anschlagsserie, Banken, Brian Cowen, Bundeswehr, China, Emissionshandel, EU, Euro, Europäische Union, George Soros, Gesundheitsreform, Irak, Irland, Karl-Theodor zu Guttenberg, Koreakrieg, Kurt Westergaard, Lebensmittelpreise, Mafia, Mohammed-Karikaturen, Nahrungsmittel, Nordkorea, Putsch, Razzia, Schuldenkrise, Statistik, Südkorea, Thilo Sarrazin, Tunesien, USA
Von red
















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