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Soros zur Eurokrise: Bankensystem sollte rekapitalisiert werden

20.01.2011

US-Milliardär George Soros hat Europa dazu aufgerufen, die finanziellen Nothilfen nicht nur zu nutzen, um Staaten Kredite einzuräumen, sondern auch, um das Bankensystem zu rekapitalisieren.

In einem Gastbeitrag im Handelsblatt weist Soros auf zwei Fehler hin, die europäischer Politiker seines Erachtens derzeit begehen:

Der eine ist, dass die Inhaber von Anleihen insolventer Banken auf Kosten der Steuerzahler geschützt werden – aus Angst, eine Finanzkrise zu provozieren. Dies ist politisch inakzeptabel. Die irische Regierung, die im kommenden Frühjahr gewählt wird, wird die gegenwärtigen Arrangements bestimmt nicht anerkennen. Die Märkte wissen das, deswegen hat die Rettung Irlands keine Entspannung gebracht.

Zweitens machen es die hohen Zinsen, die für die Rettungspakete anfallen, den schwächeren Ländern unmöglich, ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den stärkeren Ländern zu verbessern. Die Divergenzen nehmen zu, die schwachen Länder werden weiter geschwächt.

Es gebe jedoch eine Lösung für beide Fehler, sagt Soros. Erstens: Das finanzielle Hilfsprogramm solle nicht nur genutzt werden, um kriselnden Staaten Kredite zu geben, sondern auch zur Rekapitalisierung des Bankensystems. Es sei besser, den Banken “eher früher als später” Eigenkapital auf europäischer Basis zuzuführen, so der US-Milliardär.  Damit würde gleichzeitig auch ein europäisches Aufsichtssystem geschaffen.

Für den zweiten Fehler schlägt Soros folgende Lösung vor: Eine Zinssenkung für die Rettungspakete. Der Satz solle auf das Niveau gesenkt werden, zu dem die EU selbst Kredite aufnehme. Der Vorteil: Die Entwicklung eines “aktiven Euro-Bond-Marktes”.

Den gesamten Gastbeitrag beim Handelsblatt: Krisenmanagement: Europas neue Fehler

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Foto: George Soros, Flickr: World Economic Forum, by E.T. Studhalter, CC

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