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Eigenwillige Äußerungen in Anti-Euro-Story im Spiegel

24.12.2010

Am nächsten Montag kommt DER SPIEGEL 52/2010 heraus. Wie gewöhnlich, gibt es bereits jetzt einige “Vorabmeldungen”. Auf eine davon möchte ich gerne näher eingehen: “FDP-Politiker startet Anti-Euro-Bewegung gegen Westerwelle“.

Im Teaser der Story wird über die neu gegründete Gruppe des “Liberalen Aufbruchs” gesprochen, mit welcher der FDP-Politiker Frank Schäffler mit Gleichgesinnten für eine “Rückkehr zu liberalen Überzeugungen” werben möchte. Zu den Positionen gehört unter anderem die klare Ablehnung der Griechenland-Hilfen und des EU-Rettungsschirms sowie Vorwürfe gegen die Parteispitze, zu wenig auf die Sorgen ihrer Anhänger einzugehen.

Soweit die Beschreibung zur “Anti-Euro-Bewegung gegen Westerwelle”.

Dann werden jedoch zwei Personen genannt, die sehr eigenwillige Aussagen machen – offenbar unabhängig von oben genannter Bewegung.

Schriftsteller Rolf Hochhuth wünscht sich laut Artikel die Deutsche Mark zurück: “Ich weiß nicht, ob dies möglich ist. Ich weiß aber, dass Deutschland mit der Mark sehr gut gelebt hat”, so Hochhuth. Respekt vor all den Auszeichnungen, die der Mann erhalten hat, aber was ist das denn für eine Aussage? Nostalgische Gedanken und keine Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation?

Hinzu kommt ein weiterer, der Sache nicht zuträglicher Satz: “Seit Odysseus weiß die Welt, die Griechen sind die bedeutendsten aller Schlitzohren!”. Genau solche Äußerungen sind es, die wir nicht brauchen. Wie kann Europa mit derartigen Vorurteilen zusammenwachsen?

Zum Schluss des Artikels wird der Chef des Verbands der Familienunternehmer und Enkel des ersten deutschen Bundeskanzlers, Patrick Adenauer, zitiert: “Die Tage des Euro als Einheitswährung für Länder von Irland bis Griechenland sind gezählt, wenn jetzt keine Umschuldung mit Gläubigerhaftung durchgesetzt wird”. “Länder von Irland bis Griechenland” also. Hier wird wieder einmal alles über einen Kamm geschoren. Denn die Situation in Irland ist eine völlig andere als in Griechenland. Nach welchen Maßstäben wird also “Irland bis Griechenland” definiert?

Adenauer fragt sich weiter, ob der gemeinsame Euro in der jetzigen Situation wirklich für alle förderlich sei oder ob der Anpassungsdruck nicht zu groß werde und die Union mit einem Knall politischen Schaden nehme. Meiner Meinung nach, wäre es der wirklich größte politische Schaden, wenn der gemeinsame Euro nicht weiter bestehen bliebe. Das Scheitern der jetzigen Bemühungen zu weiterer europäischer Integration (Sozialsysteme, gemeinsame Wirtschaftsregierung, …)  wäre um längen dramatischer als mehr Hilfen für kriselnde Staaten.

Ich hoffe, dass sich in der ganzen Story, die ab Montag im Spiegel zu lesen ist, einiges klären lässt.

Foto: Europäische Zentralbank, Flickr: Paulo Guedes, CC

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