Wer ist zu groß, um Pleite zu gehen? FSB verschiebt Erstellung von “Systemrelevanz-Liste”
29.10.2010
In einer Randnotiz der Wochenendausgabe der “Financial Times Deutschland” (Print, S. 18) wird von der Verschiebung der Erstellung einer Liste der systemisch wichtigen Finanzinstitution (Sifi) durch das “Financial Stability Board” (FSB) berichtet. Demnach werde der Ausschuss erst 2011 eine solche Aufstellung veröffentlichen – nicht wie ursprünglich angekündigt Ende 2010.
Doch auch wenn diese Liste schließlich erscheint, wird die Bedeutung höchst umstritten bleiben. Welche Institute sind wirklich zu groß, um Pleite zu gehen? Für welche Institute muss der Steuerzahler weiterhin sein Geld hinblättern? Was heißt überhaupt “Systemrelevant”? Und wie müssen sich Institute verhalten, die faktisch nicht mehr in die Pleite rutschen können?
Eine Antwort auf die letzte Frage ist bereits in der Diskussion: ein Vorschlag ist beispielsweise ein Aufschlag auf die Eigenkapitalanforderungen von zwei bis drei Prozentpunkten. Was davon am Ende jedoch übrig bleibt, ob die Vorschriften wieder aufgeweicht werden und an was sich die Institute letztlich halten müssen, erfahren wir spätestens im ersten Halbjahr 2011.
Auf der aktuellen Systemrelevanz-Liste des FSB stehen für Deutschland momentan nur die Deutsche Bank und die Allianz.
Ziel des FSB ist die Verhinderung eines zweiten Finanzcrashs, wie ihn Lehman Brothers im Jahr 2008 ausgelöst hatte.
Foto: Deutsche Bank, zu groß für eine Pleite?, © davidhamann media
Tags: Allianz, Deutsche Bank, Finanzkrise, FSB, Lehman Brothers
Von David Hamann















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