Arbeitslosenzahl unter drei Millionen – wirklich?
27.10.2010
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen präsentierte am Mittwoch stolz die neuen Arbeitslosenzahlen. Erstmals seit November 2008 liegt die Zahl der registrierten Arbeitslosen unter der Drei-Millionen-Marke. Gleichzeitig ist es die niedrigste Arbeitslosenzahl seit Oktober 1992.
So viel Euphorie möchte man ungern schlechtreden, doch ein genauerer Blick lohnt sich.
Die Arbeitslosenzahlen enthalten nämlich nicht diejenigen, die an Maßnahmen der Arbeitsförderung teilnehmen (etwa Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder Fort- und Weiterbildungen). Ein-Euro-Jobber sind laut den offiziellen Zahlen ebenfalls nicht arbeitslos.
Mehr Ausnahmen? Kein Problem! Menschen ab einem Alter von 58 Jahren, die mindestens ein Jahr Hartz-IV bezogen haben, allerdings kein Job-Angebot erhalten haben, werden ebenfalls nicht in der Statistik erfasst.
Sollten sich Arbeitslose von privaten Unternehmen Arbeit vermitteln lassen, sind diese seit 2009 ebenfalls nicht mehr arbeitslos.
Wenn es nicht weniger Arbeitslose werden, muss wohl offensichtlich an der Statistik gedreht werden.
Überblick über Arbeitslosenzahlen bei der Tagesschau: Was die offizielle Statistik verbirgt
Foto: Arbeitsamt / Agentur für Arbeit, Flickr: Moe_, CC
Tags: Arbeitslosigkeit, Arbeitsplätze, Bundesagentur für Arbeit, Ursula von der Leyen
Von David Hamann















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