Roma-Äußerungen: Sarkozy unter Druck
17.09.2010
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy gerät wegen seiner Äußerung, auch Deutschland wolle Roma-Lager räumen, zunehmend unter Druck.
Die Behauptung, die sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle umgehend zurückwiesen, fiel nach einem durchaus turbulenten EU-Gipfel, der sich eigentlich mit ganz anderen Themen auseinandersetzen sollte.
Der Ursprung: EU-Justizkommissarin Viviane Reding hatte schon vor Ankunft Sarkozys dessen Abschiebepolitik heftig kritisiert und eine Parallele zu den Deportationen im Zweiten Weltkrieg gezogen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso verteidigte Redings Bedenken, kritisierte dabei nur den unglücklich gezogenen Vergleich.
Dem französischen Präsidenten passte dies offenbar gar nicht. Eine undiplomatische Auseinanderzetzung und ein Berichten zufolge scharfes Wortgefecht zwischen dem Kommissionspräsidenten und Sarkozy folgte.
Nach Angaben der “Financial Times Deutschland” distanziert sich nun sogar Sarkozys Außenminister vor den Äußerungen des Präsidenten. “Ich habe einer solchen Unterredung nicht beigewohnt, obwohl ich die ganze Zeit anwesend war. Der Präsident hat mir darüber auch nichts berichtet – ich weiß nicht, ob diese Unterredung irgendwo abseits stattgefunden hat”, sagte Bernard Kouchner in Bezug auf die Äußerung des französischen Präsidenten zu geplanten Roma-Räumungen in Deutschland.
(Foto: Flickr: Πρωθυπουργός της Ελλάδας, CC)
Tags: Angela Merkel, EU, EU-Kommission, Europäische Union, Guido Westerwelle, José Manuel Barroso, Nicolas Sarkozy, Viviane Reding
Von David Hamann















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