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News für Dienstag, 02.03.10

02.03.2010

KARADZIC: Erklärung vor dem UN-Tribunal

Radovan Karadzic, früherer Präsident der bosnischen Serben, hat in seiner Erklärung am gestrigen Prozesstag jegliche Schuld und Verantwortung am Bosnienkrieg zurückgewiesen. Vor dem UN-Tribunal in Den Haag schob er die Schuld vielmehr den bosnischen Muslimen zu, die diesen Krieg provoziert und die bosnischen Serben zu einer Verteidigung gezwungen hätten. Sie wären es gewesen, die Bosnien nach dem Zerfall Jugoslawiens für sich beanspruchen wollten, um einen fundamentalistischen Staat aufzubauen, so Karadzic.

Radovan Karadzic muss sich derzeit wegen Kriegsverbrechen, Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges verantworten. Dazu zählt u.a. auch das Massaker an etwa 8.000 muslimischen Männern und Jungen in Srebenica.

Berichterstattung: Focus, Deutsche Welle, FR-Online

USA: Nukleare Abrüstungspläne mit Abzug aus Europa?

Am gestrigen Montag trafen sich US-Präsident Barack Obama und sein Verteidigungsminister Robert Gates um über noch offene Fragen hinsichtlich der Nuklearwaffenstrategie der neuen Regierung zu sprechen. Laut “New York Times” will Obama mit dem neuen Konzept an seine Vision einer atomwaffenfreien Welt anknüpfen. Der Plan sehe eine drastische Reduzierung nuklearer US-Waffen in einer Größenordnung von mehreren Tausend Sprengköpfen vor. Auch ein Abzug der in Europa stationierten Atomwaffen könnte Teil dieses Plans werden. In Deutschland lagern derzeit schätzungsweise bis zu 20 amerikanische Atombomben.

Trotz aller Abrüstungspläne will die US-Regierung nicht auf die Option eines atomaren Erstschlags verzichten. Eine weitere Drohung: auch bei einem Angriff mit biologischen oder chemischen Waffen sei ein nuklearer Gegenschlag möglich.

Berichterstattung: FTD, N-TV, ZEIT

TADSCHIKISTAN: Präsidentenpartei gewinnt klar

In der früheren Sowjetrepublik Tadschikistan sind nach den Parlamentswahlen offizielle Ergebnisse bekanntgegeben worden. Demnach hat die Volksdemokratische Partei um Präsident Emomali Rachmon 71,69 Prozent der Stimmen erhalten. Darüber hinaus schafften vier weitere Parteien den Einzug ins Parlament.

Kritik am Ablauf der Wahl gab es von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Die Wahlbeobachter sprachen von “schweren Unregelmäßigkeiten”.

Berichterstattung: AFP, Stern
Karte: Tadschikistan (Google Maps)

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